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Die Zukunft ist bereits Gegenwart für die Feuerwehr

Weingarten (fbo) Die Entwicklung und Produktion von alternativen Antrieben in Personenkraftwagen geht immer weiter voran. Die Anzahl von Fahrzeugen mit Elektroantrieb, Hybridantrieb sowie Antrieben mit Wasserstoff, Autogas oder Erdgas steigen kontinuierlich an. Zeit auch für die Feuerwehr sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Welche Herausforderungen und Gefahren lauern bei Unfällen mit diesen Fahrzeugen und was für Maßnahmen müssen durchgeführt werden? Die Wahrscheinlichkeit ein solches Auto bei einem Verkehrsunfall vorzufinden, steigt mit jedem weiteren neuen Fahrzeug im Straßenverkehr an und ist nur noch eine Frage der Zeit.

In der Projektgruppe “alternative Antriebe“ haben Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weingarten eine umfangreiche Analyse über die Gefahren und Herausforderungen bei Unfällen mit alternativen Antrieben durchgeführt. Am vergangenen Donnerstag konnte das gesammelte Wissen in einer interessanten Schulung an die Einsatzabteilung der Feuerwehr Weingarten übermittelt werden. Michael Badent, stellv. Kommandant der Weingarten Wehr, informierte in einem 2 stündigen Vortrag über dieses komplexe Thema.

Was gibt es aktuell für unterschiedliche Antriebe? Wie kann ich ein Elektrofahrzeug gegen Wiedereinschalten sichern oder die Spannungsfreiheit feststellen? Welche Gefahren lauern bei Unfällen von Fahrzeugen mit Wasserstofftanks? Oder wie unterscheiden sich solche Autos von konventionellen Antrieben? Fragen über Fragen,  welche nicht bei allen alternativen Antrieben gleich beantwortet werden können. So galt es, die Einsatzkräfte zu sensibilisieren und auf wichtige Punkte hinzuweisen. Es wurde erklärt, welche Folgen die Beschädigung eines Fahrzeug-Akkus mit der möglichen heftigen Selbstentzündung, auch Thermal Runaway genannt, hat. Oder welche Explosionsgefahr beim Austritt von Erdgas (Compressed Natural Gas), Autogas (Liquefied Petroleum Gas) oder Wasserstoff bereits mit kleinen Zündquellen in der Fahrzeugelektronik besteht. Diese und viele weitere Punkte waren Schwerpunkt des Vortrages.

Rettungskarten werden wichtiges Hilfsmittel

Auch die seit mehreren Jahren bekannte Rettungskarte wird in Zukunft ein wichtiges Hilfsmittel für die Einsatzkräfte sein. So können sich die Retter schneller ein Bild des verunfallten Fahrzeuges machen und die genaue Lage von Batterien, Airbags, Tanks, Sicherheitsventil oder elektrische Teilen (z. B. bei Hybridfahrzeugen, Elektrofahrzeugen) herausfinden. Außerdem müssen sie wissen, wo das Fahrzeug gefahrlos und schnell aufgeschnitten werden kann – und zwar dort, wo sich keine Karosserieversteifungen oder Starkstromleitungen befinden. Um die Rettungskarten effektiv nutzen zu können, sollten diese am besten im Fahrzeug mitgeführt werden. Falls dies nicht der Fall ist, wird die Feuerwehr in Zukunft wahrscheinlich solche Rettungskarten über zusätzliche digitale Hilfsmittel beziehen.

Feuerwehr rüstet sich für die Zukunft

Die gewonnenen Erkenntnisse von diesem Thema fließen nun auch in die Beschaffung von Fahrzeugen und Geräten sowie der Einsatztaktik ein. So werden bei der in wenigen Jahren anstehenden Ersatzbeschaffung des Tanklöschfahrzeuges bereits benötigte Technik und Gerätschaften für solche Einsatzlagen berücksichtigt. Auch vorhandene Fahrzeuge werden mit passenden Gerätschaften ausgerüstet, sowie die Alarm-und Ausrückeordnung (AAO) entsprechend angepasst. Auch die in Weingarten eingeführte und etablierte Standardeinsatzregel – Verkehrsunfall – wird angepasst und die Einsatzkräfte werden regelmäßig geschult. Auch den umliegenden Feuerwehren soll diese Schulung angeboten werden.

Großer Dank von Kommandant Horst Romer und aller Feuerwehrangehörigen ging an diesem Abend an das Team, welches sich mehrere Wochen mit dem Thema beschäftigte. Darunter befanden sich Michael Badent, Arne Usadel, Markus Schmid, Michael Otto, Hubert Engler, Sascha Richter und Matthias Burkhardt.

Auch der beeindruckende Fuhrpark mit Autos verschiedenster Antriebstechnologien in der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses war nur dank einiger privaten Personen und Autohäuser möglich. So stellen Florian Schneider, Hartmut Wahlers, Moritz Müller, Rudi Baumgärtner, Michael Zülke, BMW Auer mit Feuerwehrkamerad Burak Yapak und Audi Locher mit Feuerwehrkamerad Marc Boy Fahrzeuge zur Verfügung.

Quelle
Freiwillige Feuerwehr Weingarten (Florian Bodenmüller)

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